Abenteuer Grenke Open 2026
Über Ostern bin ich nach Karlsruhe ans Grenke Open gefahren, dem weltweit grössten Schachturnier. Was macht die Faszination dieses Events aus? Neben der schieren Grösse mit 3600 Teilnehmer:innen ist es das unbeschreiblich schöne Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die alle das Schachspiel mit all seinen Facetten lieben. Ich kam mit vielen, mir vorher unbekannten Menschen, ins Gespräch: sei es das Fachsimpeln über Eröffnungen, Taktik oder auch mentale Klippen, oder einfach nur ein etwas besseres Kennenlernen der Lebensumstände von Schachkolleg:innen. Gespielt wurde in den Kategorien Freestyle-Chess und klassisches Schach in jeweils 3 Stärkegruppen. Ich konnte mich während des Turniers als Teil einer Schachwelt fühlen, in der neben den «Grossen» (Carlsen, Keymar, Nepomniachtchi, Aronian etc.) eben auch ganz «normale Spieler:innen» dabei waren.
Neben der körperlichen und mentalen Anstrengung von 9 Runden an 5 Tagen war es eben auch erholsam, sich einmal mehr oder weniger «ungestört» durch den Alltag seiner Lieblingspassion Schach widmen zu können. Das Motto «Schach für alle» ist in diesem Turnier tatsächlich verwirklicht: vom Kind bis zum alten Menschen haben alle mit Begeisterung mitgemacht und besonders eindrücklich waren Menschen mit zum Teil erheblichen Einschränkungen, die gestützt durch verschiedene Hilfsmittel natürlich auch dabei waren. Meine sportliche Leistung war mit 2,5 Punkten aus 8 (die 9. Runde habe ich ausgelassen, um noch zu einer vernünftigen Zeit zu Hause zu sein) bescheiden, aber immerhin ½ Punkt mehr als letztes Jahr. Ich kann Euch nur ermutigen nächstes Jahr auch mitzumachen – es lohnt sich auf alle Fälle.
Thomas Bollinger